Alte DDR-Rituale leben in der „Volksrepublik Brandenburg“ neu auf
In der DDR hatte jede öffentliche Äußerung, egal ob in Politik, Kultur, Sport, Wirtschaft oder Wissenschaft, anbiedernde Sprachfloskeln zu enthalten.
Satzbausteine, wie das Lob auf die Sozialpolitik des VIII. Parteitages der SED und die feste Verbundenheit zum sowjetischen Brudervolk, baute jeder in seine Reden ein, der noch einmal etwas werden wollte. Das wurde pflichtgemäß abgearbeitet, der Sprecher wurde unwillkürlich etwas schneller und alle waren froh, wenn es vorbei war, denn ein wenig peinlich war es selbst gutwilligen Zuhörern. Jeder wußte natürlich, daß das Gesagte nicht so gemeint war, wie es ausgesprochen wurde.
Etwas ganz Ähnliches ereignete sich nun am Montagabend in der Stadtverordnetenversammlung in Königs Wusterhausen. Wahrscheinlich von ganz oben her gewünscht, hatte die SVV eine Resolution gegen Rechts mit dem üblichen Blabla abzusegnen. Ganz erkennbar war es der Versammlungsleiterin Birgit Uhlworm peinlich, denn sie verlas nur die Überschrift, fragte rhetorisch, ob eine Vorstellung gewünscht werde – dazu reden wollte sowieso keiner der Etablierten – und ging dann sofort zur Abstimmung über, wobei sie natürlich unseren NPD-Einzelabgeordneten überging. Es hätte ja noch gefehlt, wenn Michael Thalheim die Peinlichkeit, die man schnell hinter sich bringen wollte, durch eine Rede beim Namen genannt und aus der durch Genuschel mühsam erzeugten Halbanonymität gezogen hätte.
Nach dieser Abstimmung wurde schnellstens zur Sacharbeit übergegangen. Der ganz sicher anwesende Meldegänger (früher hießen er Stasi-Mann) kann heute berichten, daß die Resolution ohne Eklat verabschiedet wurde und die Zeitung wird sie als enorm wichtig und aus der Mitte der SVV geboren darstellen.
Erich Honecker läßt grüßen.
Hartmut Krien
Bundesvorsitzender der NPD-KPV
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